Universität Stuttgart
Sprachenzentrum
Abteilung Deutsch als Fremdsprache
VERSTEHEN UND VERARBEITEN EINES HÖRTEXTES
Die soziale und wirtschaftliche Funktion des Sports
1 Sport hat viele Aspekte. Er kann Spiel und Unterhaltung,
2 Völkerverständigung und Politik, Wirtschaftsfaktor und
3 Geschäft sein. Sport kann aber auch Nationalismus, Brutalität
4 und sogar Tod bedeuten.
5 Sport ist Teil der Kultur unserer Gesellschaft. Im besten
6 Fall kann man durch ihn auf praktische Weise positive
7 Einstellungen und Fähigkeiten lernen, die auf theoretische
8 Weise kaum erlernbar sind. Fairplay und Achtung vor dem
9 Gegner als die ethische Grundlage sportlichen Handelns
10 sind auch auf den außersportlichen Alltag übertragbar.
11 Beim Mannschaftssport ergänzt ein Spieler den anderen;
12 nur gemeinsam ist man stark. So kann Sport das soziale
13 Bewußtsein und die Bereitschaft zur Integration stärken.
14 Er bietet damit gerade auch für Kinder und Jugendliche
15 Alternativen zu den teilweise problematischen Angeboten
16 der Unterhaltungsindustrie.
17 Der Sport ist über seine soziale Funktion hinaus ein
18 wichtiger Wirtschaftsfaktor, Die privaten Haushalte in
19 Deutschland geben im Jahr etwa 36 Milliarden Mark für
20 Waren und Dienstleistungen im Bereich Sport aus. Zudem sind
21 zwei Prozent aller Berufstätigen im oder durch den Sport
22 beschäftigt - ebenso viele wie in der Chemieindustrie.
23 Verbindungen und Abhängigkeiten zwischen Sport und
24 Wirtschaft haben in den letzten Jahrzehnten stetig
25 zugenommen. Besondere Bedeutung besitzt heute das
26 Sponsoring als neue form der Zusammenarbeit zwischen
27 Sport und Wirtschaft. Unter Sponsoring versteht man die
28 vertraglich vereinbarte Förderung von Sportveranstaltungen
29 und Sportlern durch Wirtschaftsunternehmen. Die Unternehmen
30 dürfen dann diese Sportveranstaltungen und Sportler für
31 Werbezwecke verwenden. Die Sponsoren verfolgen dabei das
32 Ziel, ihre Produkte mit einem bestimmten sportlichen
33 Image zu versehen. Ohne die Bereitschaft der Wirtschaft,
34 große Summen von Geld in den Sport zu investieren, würde
35 der Sport in der gegenwärtigen form nicht existieren können.
36 Allein schon für die Start- und Preisgelder der Athleten
37 sind fast ein Drittel der Einnahmen aus Sportveranstaltungen
38 erforderlich. Dies bezieht sich allerdings nur auf den
39 Spitzensport. Die große Mehrheit der deutschen Vereine
40 ist weiterhin auf die Beiträge ihrer Mitglieder angewiesen.
41 Insgesamt lassen sich die Unternehmen in Deutschland ihr
42 Sponsoring etwa zwei Milliarden Mark im Jahr kosten.
43 Dieser Betrag erscheint auf den ersten Blick recht hoch;
44 im Vergleich zu den anderen Werbeausgaben der
45 Unternehmen sind zwei Milliarden Mark jedoch nicht sehr
46 viel. Nur durchschnittlich drei bis fünf Prozent der
47 gesamten Werbeausgaben entfallen auf das Sport-Sponsoring.
48 Der deutsche Staat dagegen, also Bund, Länder und
49 Gemeinden, fördert den Sport jährlich mit sieben Milliarden
50 Mark, wobei die Gemeinden mit Abstand am meisten ausgeben.
W O R T A N G A B E N Fairplay, -s (englisch) ehrliches, anständiges Verhalten in einem sportlichen Wettkampf
Unterhaltungsindustrie, -e z.B, Massenmedien (Fernsehen, Radio, Kino, Presse, Internet),
Vergnügungsparks
Image, -s (englisch) Bild, das jemand von einer Person oder einer Sache hat
Gemeinde, -e Stadt oder Dorf
Sponsoring, -s
Sponsor, -r
Aufgaben: Bitte schreiben Sie in ganzen Sätzen. Zeit: 60 Minuten.
(1) Im Hörtext werden verschiedene positive und negative Aspekte
von Sport genannt. Nennen Sie je zwei davon. (4)
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(2) Fassen Sie die wesentlichen Aussagen des Textes über die soziale Funktion desSports zusammen. (8)
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(3) Warum ist laut Text Sport heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor? Geben Sie zwei Beispiele. (4)
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(4) Definieren Sie den Begriff Sport-Sponsoring. (4)
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(5) Welches Ziel verfolgen die Wirtschaftsunternehmen mit ihrem Sport-Sponsoring? (2)
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(6) Welche Art von Sport fördert die Wirtschaft besonders? (2)
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(7) Vergleichen Sie die Aufwendungen für Sportförderung von Wirtschaft und Staat. (6)
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Vorgabenorientierte Textproduktion Zeit: 40 Minuten
Das Interesse der Bevölkerung am Spitzensport wächst ständig.
Sportveranstaltungen der Spitzenklasse, die vom Fernsehen
übertragen werden, werden heute von Millionen Menschen gesehen.
Spitzensportler sind heute ebenso Weltstars wie Popmusiker oder
Schauspieler.
Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?
Schreiben Sie einen Text von ca. 150-200 Wörtern. Berücksichtigen
Sie dabei die folgenden Aspekte und gehen Sie auch auf die
Situation in Ihrem Heimatland ein:
- Kommerzialisierung des Sports / Sport und Werbung
- harter Konkurrenzkampf und großer Leistungsdruck, wodurch
zunehmend auch unfaire Mittel eingesetzt werden
- Bezahlung von Spitzensportlern
- Vorbild- und Identifikationsfunktion von Spitzensportlern.
VERSTEHEN UND BEARBEITEN EINES LESETEXTES
WirtschaftsstandortDeutschland
1 Eine der heute in Politik und Wirtschaft am häufigsten
2 diskutierten Fragen ist: Wie gut ist der Wirtschaftsstandort
3 Deutschland? Auslöser der Diskussion war die zunehmende
4 Globalisierung der Wirtschaft. Kennzeichen der Globalisierung
5 ist die wachsende Flexibilität von Unternehmen hinsichtlich
6 ihrer Produktionsstandorte. Die modernen Kommunikations-
7 mittel haben in entscheidendem Maße dazu beigetragen, daß
8 zum Beispiel unterschiedliche Teile eines Produkts an
9 verschiedenen Orten der Erde hergestellt werden können.
10 Entfernungen spielen dabei eine immer geringere Rolle.
11 Deutschland ist noch immer eines der wichtigsten Industrie-
12 länder. Dennoch hat es in den vergangenen Jahren einige
13 wichtige Änderungen gegeben. So haben Länder, die traditionell
14 hinter der Produktivität Deutschlands weit zurücklagen, ihren
15 Abstand zu Deutschland erheblich verringert, es zum Teil
16 überholt und Produktionstechniken entwickelt, die es in
17 Deutschland noch nicht gibt. Außerdem hat Deutschland viel
18 langsamer als andere Länder auf die Möglichkeiten und
19 Herausforderungen einer globalen Wirtschaft reagiert.
20 Obwohl Deutschland immer noch das zweitgrößte Exportland
21 der Welt ist, haben die oben genannten Entwicklungen dazu
22 geführt, daß Deutschland in vielen Bereichen, z.B. in der
23 Automobil- und Chemieindustrie oder im Maschinenbau,
24 Anteile am Weltmarkt verlor. So ging der Anteil deutscher
25 Exporte an den Weltexporten von 1990 bis 1995 von 12,1 Prozent
26 auf 10,1 Prozent zurück. Dieser Rückgang zeigt, daß trotz
27 der starken Stellung Deutschlands auf dem Weltmarkt die
28 Position Deutschlands als Wirtschaftsmacht nicht mehr so
29 sicher wie noch vor einigen Jahren ist. Vor allem das immer
30 geringere Interesse deutscher und ausländischer Unternehmen
31 an Investitionen in Deutschland wirft die Frage auf,
32 ob das Land seine Position auf dem Weltmarkt weiterhin
33 halten kann.
34 Es ist klar, daß in Deutschland Maßnahmen getroffen
35 werden müssen, um das Land als Wirtschaftsstandort
36 attraktiver zu machen. Bereits seit längerer Zeit kennt
37 man die Gründe der geringen Attraktivität des Standorts
38 Deutschland. Dazu zählen vergleichsweise hohe Löhne,
39 hohe Lohnnebenkosten, bürokratische Hindernisse (besonders
40 bei Forschung und Entwicklung), hohe Unternehmenssteuern,
41 zu geringe Bereitstellung von Risikokapital, mangelnde
42 Innovationsbereitschaft deutscher Unternehmen, zu geringe
43 Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung.
44 Um die Qualität des Wirtschaftsstandortes Deutschland
45 zu verbessern, wurden in den letzten Jahren einige Maßnahmen
46 eingeleitet, so z.B. die Senkung von Unternehmenssteuern,
47 die Privatisierung von staatlichen Unternehmen wie
48 der Deutschen Bahn, der Post oder der Lufthansa, und
49 die Liberalisierung der Märkte für Strom, Gas und
50 Telekommunikation. Außerdem wurde 1994 ein neues Arbeits-
51 zeitgesetz beschlossen, durch das die Möglichkeit besteht,
52 die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit deutlich zu
53 verlängern und auch Sonntagsarbeit verstärkt zuzulassen.
WORTANGABEN
Lohnnebenkosten, -e (Z. 39) Personalkosten, die einem Unternehmen neben den reinen Lohnkosten entstehen, z.B. gesetzliche Sozialversicherungen,
Urlaubsgeld
Risikokapital,-s (Z. 41) Kapital zur Entwicklung oder Erweiterung eines Unternehmens, welches aufgrund eines hohen Risikos keine Bankkredite bekommt
Liberalisierung, -e (Z. 49) Öffnung von Märkten, die bislang von einem oder wenigen Unternehmen beherrscht wurden
A U F G A B E N
Bitte formulieren Sie selbständig und formulieren Sie in ganzen Sätzen. Zeit: 60 Minuten.
(1) Der Text hat fünf Abschnitte. Geben Sie jedem Abschnitt eine Überschrift. (5)
1___________________________________________________________
2___________________________________________________________
3___________________________________________________________
4___________________________________________________________
5___________________________________________________________
(2) Was ist mit dem Ausdruck "bürokratische Hindernisse" (Z.39) gemeint? (2)
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(3) "Kennzeichen der Globalisierung ist die wachsende Flexibilität von Unternehmen hinsichtlich ihrer Produktionsstandorte." (Z. 4-6) Welchen Vorteil bietet dies laut Text für die Unternehmen? (4)
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(4) Wie hat sich das Verhältnis von Deutschland und anderen Ländern in den letzten Jahren hinsichtlich Produktivität undGlobalisierungder Wirtschaft verändert? (5)
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(5) Um wieviel Prozent ging der Anteil deutscher Exporte an den Weltexporten zwischen 1990 und 1995 zurück? (2)
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____________________________________________________________
(6) Welche Gründe nennt der Text für die geringe Attraktivität desWirtschaftsstandorts Deutschland? (6)
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(7) Nennen Sie drei Beispiele für Versuche, Deutschland als Wirtschaftsstandort wieder attraktiver zu machen. (6)
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VERSTEHEN UND BEARBEITEN WISSENSCHAFTSSPRACHLICHER STRUKTUREN
A U F G A B E N Zeit: 40 Minuten (1) formen Sie das erweiterte Attribut in einen Relativsatz um.
Beispiel: Die zur Verfügung stehende Zeit ist knapp,
--- Die Zeit, die zur Verfügung steht, istt knapp.
Eine der heute in Deutschland am häufigsten diskutierten
Fragen ist: Wie gut ist der Wirtschaftsstandort Deutschland?
____________________________________________________________
____________________________________________________________(2,5)
(2) Setzen Sie den Passivsatz in den Aktiv.
Beispiel: Am Ende des Vortrags wurden die wichtigsten Gedanken von dem Redner zusammengefaßt.
--- Am Ende des Vortrags faßte der Reedner die wichtigsten Gedanken zusammen.
Im Jahr 1994 wurde ein neues Arbeitszeitgesetz beschlossen.
____________________________________________________________(2)
(3) formen Sie die folgenden Sätze um.
(a) Entfernungen spielen dabei eine immer geringere Rolle.
Eine immer geringere Rolle___________________________________
_________________________________________________________(2)
(b) Deutschland hat viel langsamer als andere Länder auf die Möglichkeiten und Herausforderungen einer globalen Wirtschaft reagiert.
Viel langsamer_____________________________________________
_________________________________________________________(2)
(4) Machen Sie aus dem Nebensatz eine Nominalkonstruktion.
Beispiel: Nachdem wir gegessen hatten, gingen wir spazieren.
--- Nach dem Essen gingen wir spazieren.
Um die Qualität des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu verbessern, wurden in den letzten Jahren einige Maßnahmen eingeleitet.
____________________________________________________________
____________________________________________________________(2)
(5) formen Sie die unterstrichene Nominalkonstruktion in eine Verbalkonstruktion um.
Beispiel: Die Mitarbeit der meisten Kursteilnehmer war gut.
--- Die meisten Kursteilnehmer haben gut miitgearbeitet.
(a) Auslöser der Diskussion war die zunehmende Globalisierung der Wirtschaft.
________________________________________________________
________________________________________________________(2)
(b) Kennzeichen der Globalisierung ist die wachsende Flexibilität von Unternehmen hinsichtlich ihrer Produktionsstandorte.
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________________________________________________________(2)
(6) Ersetzen Sie den unterstrichenen Ausdruck durch einen Ausdruck mit Modalverb.
Beispiel: Es ist nicht erlaubt, in der Prüfung ein Wörterbuch zu benutzen.
--- Man darf in der Prüfung kein Wörtterbuch benutzen.
1994 wurde ein neues Arbeitszeitgesetz beschlossen, durch das die Möglichkeit besteht, die durchschnittliche täglicheArbeitszeit deutlich zu verlängern.
___________________________________________________________
___________________________________________________________(2,5)
(7) Setzen Sie den folgenden Text in die indirekte Rede.
Bsp: Der Redner sagte: "Deutschland ist immer noch eines der wichtigsten Industrieländer."
->Der Redner sagte, daß Deutschland immer noch eines der wichtigsten Industrieländer sei.
Der Redner sagte: "Der Anteil deutscher Exporte an den Weltexporten ging von 1990 bis 1995 von 12,1 Prozent auf 10,1 Prozent zurück. Dieser Rückgang zeigt, daß trotz der starken Stellung Deutschlands auf dem Weltmarkt die Position
Deutschlands als Wirtschaftsmacht nicht mehr so sicher sei wie noch vor einigen Jahren. Vor allem das immer geringereInteresse deutscher und ausländischer Unternehmen an Investitionen in Deutschland wirft die Frage auf, ob das
Land seine Position auf dem Weltmarkt weiterhin halten kann."
Der Redner sagte______________________________________________
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____________________________________________________________(3