|
Sonja
|
Beeil dich! Mach die Tür auf, Thomas. Thomas, mach die Tür auf.
|
|
Thomas
|
Iiiih! Eine Ratte: eine große, fette, eklige Ratte!
|
|
Sonja
|
Thomas?! Herr Hoffmann, das ist mein Sohn, Thomas.
|
|
Hoffmann
|
Guten Morgen, Thomas.
|
|
Thomas
|
Hallo.
|
|
Sonja
|
Herr Hoffmann ist Makler. Er verkauft Häuser. Du weißt, dein Großvater und ich wollen das Bootshaus verkaufen.
|
|
|
|
|
Andi
|
Thomas!
|
|
Monika
|
Ist jemand da?
|
|
Andi
|
Meinst du Thomas?
|
|
Monika
|
Nein. Eh ... ja. Ich habe hier ein paar Geschichtsbücher für ihn.
|
|
Andi
|
Du brauchst ihn nicht zu suchen. Er ist nicht hier.
|
|
Monika
|
Er wollte heute Nachmittag kommen.
|
|
Andi
|
Er wollte mit mir trainieren. Typisch.
|
|
|
|
|
Sonja
|
Hier, das ist sie. Das war meine Schule.
|
|
Thomas
|
Ja, ja.
|
|
Sonja
|
Und da ist der Bäcker. Nee, da war er. Wo ist er denn?
|
|
Thomas
|
Mama!
|
|
Sonja
|
Da, da ist er, da ist der Bäcker. Siehst du ihn? Da, siehst du ihn?
|
|
Thomas
|
Sieh auf die Straße, Mama.
|
|
Sonja
|
Auf die Straße? Wieso denn?
|
|
Thomas
|
Ja. Mama.
|
|
Hans
|
Schön, dass ihr mal kommt!
|
|
Sonja
|
Tut mir Leid, Vater. Unter der Woche ist es schwierig. Das Geschäft ist immer voll. Ich kann nicht weg.
|
|
Hans
|
Möchtest du Milch, Sonja? Schlimm. Ich weiß nicht mal, ob meine eigene Tochter Kaffee mit oder ohne Milch trinkt.
|
|
Sonja
|
Schon gut, danke, Vater.
|
|
Thomas
|
Danke.
|
|
Hans
|
Nehmt euch bitte Kuchen, ja?
|
|
Sonja
|
Wir waren heute am Bootshaus.
|
|
Hans
|
Oh, ja.
|
|
Sonja
|
Es ist sehr alt und schmutzig. Niemand kümmert sich darum.
|
|
Hans
|
Ja, das ist schade.
|
|
Sonja
|
Wir sollten es vielleicht verkaufen. Vielleicht könnten wir noch gutes Geld dafür bekommen.
|
|
Hans
|
Brauchst du Geld?
|
|
Sonja
|
Nein, nein. Aber du weißt ja: Ein Geschäft braucht immer Geld.
|
|
Hans
|
Und was soll ich mit meinem Teil des Geldes machen? Ich brauche kein Geld. Deine Mutter ist tot, und ich lebe einfach.
|
|
Sonja
|
Du könntest auch in das Geschäft investieren. Ich habe ein paar Zahlen mitgebracht. Ich kann dir alles erklären.
|
|
Hans
|
Nein, danke, es geht schon. Kannst du mir ein bisschen Gemüse aus dem Garten holen? Mein Rücken macht mir Probleme. Thomas und ich können uns die Zahlen ansehen. Und wann darf ich mit meinem Enkel sprechen, he? Geht es gut, Thomas?
|
|
Thomas
|
Ja, mir geht's gut.
|
|
Hans
|
Und die Schule?
|
|
Thomas
|
Die Schule ist O.K. Wir haben viel zu tun, aber ... es ist O.K. Mama hat schon einen Preis für das Bootshaus. Heute waren wir da. Mit einem Makler.
|
|
Hans
|
Seid ihr hineingegangen?
|
|
Thomas
|
Ja. Ich habe dein Boot gesehen.
|
|
Hans
|
Die Susanne! Sag mal, interessierst du dich für Boote, Thomas?
|
|
Thomas
|
Für Boote? Nein, eigentlich nicht. Ich hör' lieber Musik.
|
|
Hans
|
Und für junge Damen!? Komm mal mit! Komm, ich zeige dir was.
|
|
Thomas
|
Echt schön.
|
|
Hans
|
Was? Das Boot? Oder Großmutter?
|
|
Thomas
|
Das ist Großmutter?
|
|
Hans
|
Ja. Das Boot hat ihren Namen. Wir waren sehr glücklich miteinander. Wir haben Preise gewonnen. Aber nach dem Krieg kam die Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland. Wir waren im Osten, und das Boot war im Westen. Jetzt ist Großmutter tot. Und ich bin ein alter Mann.
|
|
Thomas
|
Na, nicht sooo alt.
|
|
Hans
|
Du interessierst dich nicht für Boote.
|
|
Thomas
|
Warum?
|
|
Hans
|
Du könntest sie wieder flottmachen.
|
|
Sonja
|
Du hast eine Menge Gemüse, Papa. Wie in alten Zeiten.
|
|
Hans
|
Die alten Zeiten dauern hier viel länger. Wir konnten nicht so viel kaufen wie ihr im Westen, Thomas.
|
|
Sonja
|
Wir müssen wirklich gehen, Papa, Thomas hat morgen Schule.
|
|
Hans
|
Na gut. Dann nehmt das Gemüse mit. Frisches Gemüse ist gut für junge Männer. Das hier nicht vergessen.
|
|
Sonja
|
Nein, das ist für dich. Versprichst du mir, dass du es liest, ja?
|
|
Hans
|
Ich weiß nicht, ob ich verkaufen soll. Ich habe gedacht, Thomas will das Boot haben.
|
|
Sonja
|
Der will kein Boot.
|